• WOH(i)N - 44. Bundestag

    der Immobilien- und Vermögenstreuhänder

    27.09. – 29.09.2017 in Salzburg

Woh(i)n?

Aktuelle Weichenstellungen am österreichischen Wohnungsmarkt

Das Lexikon beschreibt die Weiche als spezielle Gleiskonstruktion einer Bahn, die Schienenfahrzeugen den Übergang von einem Gleis auf ein anderes ohne Fahrtunterbrechung ermöglicht. Dabei wird zwischen ortsgestellten und ferngestellten Weichen unterschieden. Während bei ersteren – auch Handweichen genannt – die Umstellung durch die Muskelkraft des Bedieners auf den Umstellhebel bewirkt wird, erfolgt dies bei letzteren durch von außen wirkende Kräfte.

Zur ferngestellten Version – und das findet man jetzt nicht im Lexikon – zählen wohl auch politische Weichenstellungen. Als Interessenvertretung versucht man zwar, alle Hebel in Bewegung zu setzen, letztendlich entscheidet aber die Politik, wohin die Reise geht, und diese hat zumindest in der jüngeren Vergangenheit in die falsche Richtung geführt.

Auf Preissteigerungen als logische Folge einer stark steigenden Nachfrage nach Wohnraum wurde mit inadäquaten oder gar kontraproduktiven Maßnahmen reagiert. Ich denke hier etwa an die Umsetzung der Steuerreform, die Wohnrechtsnovelle oder die Aussetzung der Wertsicherung bei den Richtwerten, die allesamt und ausschließlich zulasten der Eigentümer bzw. Vermieter gingen. Aber auch die ständigen Diskussionen über Mietzinsobergrenzen und andere, zusätzliche Regulierungen im Wohnrecht fördern nicht gerade das Vertrauen in den Gesetzgeber, sondern führen ganz im Gegenteil zu weiterer Verunsicherung und Zurückhaltung bei der Bereitstellung von Wohnraum.

Insofern werte ich die in der Einleitung zum Wohnpaket des überarbeiteten Regierungsprogramms festgehaltene Ursachenanalyse, wonach das erhöhte Mietpreiswachstum der vergangenen Jahre vor allem auf das Missverhältnis von Angebot und Nachfrage zurück zu führen ist, bereits als positives Signal eines erwachenden Verständnisses für die Ursachen der Wohnungsknappheit. Zumindest nährt es die Hoffnung, dass irgendwann auf Basis unserer vielfachen Vorschläge Überlegungen angestellt werden, um endlich auch die Angebotsseite zu stärken, und damit die Weichen für eine positive Entwicklung des Immobilienmarkts zu stellen.

Mein aufrichtiger Dank gilt Fachgruppenobmann Dr. Gerald Hubner und seinem Team für die Ausrichtung des 44. Bundestags der Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Salzburg. Ich freue mich auf viele spannende Vorträge, die sicherlich wieder genügend Stoff für anregende Diskussionen bieten werden.

Ihr,

KommR Mag. Georg Edlauer, MRICS
Fachverbandsobmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder

Woh(i)n?

Aktuelle Weichenstellungen am österreichischen Wohnungsmarkt

Wohnen ist unzweifelhaft ein Grundbedürfnis des Menschen. Daher muss in einer sozialen Marktwirtschaft nicht nur genügend Wohnraum zur Verfügung stehen, Wohnen muss für den Einzelnen auch „leistbar“ sein, nicht nur für Mieter und  Eigentümer, sondern in Form einer angemessenen Rendite auch für den Vermieter.

Aber auch jede wirtschaftliche Entwicklung braucht Raum um sich zu entfalten. Natürlicher von sehr unterschiedlicher Intensität, das Spektrum reicht von  flächenintensiven Industriebetrieben oder landwirtschaftlichen Monokulturen, bis hin zum vergleichsweise wenig flächenintensiven wissensbasierten Dienstleister.

Die letzten 10 Jahre, beginnend mit der Wirtschaftskrise 2008, sind geprägt von Niedrigzinsen und geringem Wachstum, das brachte die Immobilie als Anlageobjekt wieder vermehrt in den Focus von Anlegern. Als Konsequenz erreichten in diesen Jahren Immobilienmesswerte wie Kaufpreise, Mietpreise, Umsatzvolumen, aber auch Flächenverbrauch neue  Höchstwerte. Natürlich regional oft sehr unterschiedlich, besonders etwa in bereits bekannten Gunstlagen. Zusätzlich verursachte Zuwanderung ein merkliches Bevölkerungswachstum, einerseits geraten dadurch die österreichischen Ballungszentren zunehmend an ihre Flächengrenzen, aber auch als freizeitorientierte Zuwanderung in den touristischen Gebieten (Stichwort: Zweitwohnsitze).

Woh(i)n führt diese Entwicklung den österreichischen Immobilienmarkt? Welche rechtlichen Maßnahmen können hier Abhilfe bringen? Brauchen wir ein neues Mietrecht? Müssen wir Zweitwohnungsgebiete hinkünftig verhindern? Braucht der Immobilienmarkt steuerliche Anreize?

Der diesjährige Bundestag der Immobilien- und Vermögenstreuhänder befasst sich mit solchen aktuellen Themenstellungen und bietet der österreichischen Immobilienwirtschaft eine Plattform zum spannenden Gedankenaustausch.

Herzlich willkommen in Salzburg zum Bundestag 2017!

KommR Mag.(FH) Dr. Gerald Hubner MRICS
Fachgruppenobmann Immobilien- und Vermögenstreuhänder Salzburg

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